{"id":468195,"date":"2019-11-08T09:58:47","date_gmt":"2019-11-08T08:58:47","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=468195"},"modified":"2020-10-23T09:18:39","modified_gmt":"2020-10-23T07:18:39","slug":"go-east-das-philharmonische-orchester-altenburg-gera-in-rumaenien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/go-east-das-philharmonische-orchester-altenburg-gera-in-rumaenien\/","title":{"rendered":"Go East \u2013 Das Philharmonische Orchester Altenburg Gera in Rum\u00e4nien"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/gera_altenberg_orchester_c_lange-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-468198\" srcset=\"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/gera_altenberg_orchester_c_lange-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/gera_altenberg_orchester_c_lange-300x225.jpg 300w, https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/gera_altenberg_orchester_c_lange-768x576.jpg 768w, https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/gera_altenberg_orchester_c_lange-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Konzert des Philharmonischen Orchesters im Athen\u00e4um am 03.11.19 in Bukarest \nFoto: J.Lange \/ nmz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"> (nmz) &#8211;  Das Philharmonische Orchester Altenburg Gera ist nicht nur auf  Gastspielreise in Temeswar und Bukarest, sondern auch als  Kulturbotschafter unterwegs. Joachim Lange hat die Gastspielreise  begleitet und berichtet von Synergien zwischen den Kooperationspartnern,  von der Musik- und Weltgeschichte im allgemeinen und der Idee einer  \u201eZukunftsmusik ostw\u00e4rts\u201c im besonderen.      06.11.2019 &#8211; Von <a href=\"https:\/\/www.nmz.de\/autoren\/joachim-lange\">Joachim Lange<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Es ist ein k\u00fchnes Projekt: Das \nPhilharmonische Orchester Altenburg Gera und die Philharmonie Banatul \nTimi\u0219oara (oder Temeswar wie die kleine, aber respektierte deutsche \nMinderheit dort sagt) legen ihre begrenzten Ressourcen zusammen und \nspielen gemeinsam, was sie alleine nie k\u00f6nnten: Gustav Mahlers Sinfonie \nNr. 3. Das ist die mit dem \u00fcberm\u00e4chtigen ersten Satz, dem Altsolo \u201eOh \nMensch gib acht\u201c und dem Blick auf\u2019s Weltganze. Abendf\u00fcllendes \nsinfonisches Prachtst\u00fcck und Herausforderung in&nbsp;Einem!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Dazu reiste das Orchester in Geras Partnerstadt Temeswar und f\u00fcllt so\n den programmatischen Ansatz, den das Th\u00fcringer Zweist\u00e4dte-Theater \nAltenburg-Gera mit Bedacht \u201eZukunftsmusik ostw\u00e4rts\u201c genannt hat, mit \nLeben. Davor ein Brahmskonzert der Altenburg-Geraer und dann als Clou in\n Bukarest ein Konzert im sch\u00f6nsten Konzertsaal des Landes, dem Athen\u00e4um,\n die rum\u00e4nische Erstauff\u00fchrung eines Cello-Konzertes des renommierten \nrum\u00e4nischen Komponisten Dan Dediu, das die Th\u00fcringer bei dem Rum\u00e4nen in \nAuftrag gegeben und daheim bereits mit Erfolg uraufgef\u00fchrt hatten. Alles\n jetzt im Rahmen eines Festkonzertes aus Anlass von 30 Jahren Fall der \nBerliner Mauer! F\u00fcr so ein Unternehmen l\u00e4sst man schon mal die \nInstrumente per Spezialtransporter nach Rum\u00e4nien reisen und setzt sich \nselbst ins&nbsp;Flugzeug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">M\u00f6glich wurde das Unternehmen durch den spektakul\u00e4ren Erfolg, den das\n Theater Altenburg Gera in der Spielzeit 2017\/18&nbsp; mit seiner \nOedipe-Produktion eingefahren hatte. Eine Pionierarbeit in Sachen des \nrum\u00e4nischen Komponisten Nr. 1 George Enescu, der sich aktuell sonst nur \ndie Salzburger Festspiele gestellt haben. Zusammen mit der handfesten \n\u201eErmutigung\u201c durch eine 250.000 Euro Zuwendung vom Bund (aus dem \nF\u00f6rderprogramm \u201eExzellente Orchesterlandschaft&nbsp; f\u00fcr den kulturellen und \nmusikalischen Austausch mit Rum\u00e4nien und Ungarn\u201c) gab es starken \nR\u00fcckenwind f\u00fcr eine kulturpolitische Initiative, mit der sowohl die \nSt\u00e4dtepartnerschaft als auch die Kulturhauptstadtbewerbung pl\u00f6tzlich \njenseits aller Absichtsrhetorik konkrete Gestalt&nbsp; angenommen&nbsp;hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Temeswar ist es n\u00e4mlich gelungen, was Gera gerade gegen eine Schar \nvon starken Mitbewerbern versucht: die rum\u00e4nische Stadt, die von der \nHauptstadt Bukarest ungef\u00e4hr genauso weit entfernt ist wie von Wien, ist\n Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2021. In Temeswar, wo man schon mal \nmit dem Etikett \u201eKlein Wien\u201c kokettiert, ist mancher \u2013 wie der \nweltl\u00e4ufige, gerade installierte neue Intendant der Staatsoper Temeswar,\n der Bariton Christian Rudik, der Meinung, dass die Entfernung nach Wien\n im \u00fcbertragenen Sinne geringer ist, als die nach Bukarest. Ein \nSpaziergang durch die Innenstadt von Temeswar l\u00e4sst den Besucher \nstaunen. Die Zahl der erhaltenen und noch zu rettenden architektonischen\n Schmuckst\u00fccke der Vergangenheit ist un\u00fcbersehbar, der Investitionsstau \naber&nbsp;auch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Botschaft der&nbsp;Musik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Im Zentrum freilich standen die beiden Konzerte in Temeswar und das \nFestkonzert in Bukarest. Brahms hatten die Th\u00fcringer im Gep\u00e4ck. Vor der \nSinfonie Nr. 1, c-Moll, die dann auch in Bukarest (unter ungleich \ng\u00fcnstigeren akustischen Bedingungen) noch einmal erklang, hatten die \nG\u00e4ste aus Deutschland den Pianisten Bernd Glemser dabei, der seinen Part\n beeindruckend souver\u00e4n beisteuerte. Mahlers Dritte war dann \nkooperierendes Experiment, das GMD Laurent Wagner vor Ort in Form brachte. Mit gemischten Pultbesetzungen, f\u00fcr die sich der GMD\n in intensiver Vorarbeit entscheiden musste. Heraus kommen gemischte \nBesetzungen, die jeweiligen St\u00e4rken zu nutzen versuchten. Am Ende steht \nmit 60 Musikern aus Gera und mit 52 aus Temeswar die Orchestergr\u00f6\u00dfe f\u00fcr \nein Mahler-Erlebnis der besonderen Art. Nat\u00fcrlich wissen hier alle \nBeteiligten, dass sie damit nicht im Schlusssprung in die Spitzenriege \nder Mahler-Interpretation landen. Hinzu kam, dass die Er\u00f6ffnungsreden \netwas lang gerieten und die Musiker dicht gedr\u00e4ngt auf ihren Auftritt \nwarten mussten, so dass manche Passage in der Generalprobe pr\u00e4ziser \ngeriet, als beim Konzert. Dennoch machte das Gesamtresultat trotzt der \nschwierig trockenen Akustik des ehemaligen Kino-Saales Eindruck: \ninklusive Aura Twarowskas Altsolo, die Ch\u00f6re und Kinderchor. Das \nkooperative Mahler-Experiment hat noch ein Schlusskapitel: in Gera wird \nes am 13. November in dieser Besetzung unter etwas g\u00fcnstigeren r\u00e4umlich \nakustischen Bedingungen&nbsp;wiederholt!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abends in die&nbsp;Oper<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">In Temeswar nutzten viele der G\u00e4ste aus Deutschland, so wie der \nAutor, einen vorstellungsfreien Abend, um sich Lehars \u201eLustige Witwe\u201c im\n Opernhaus anzuschauen. In Rum\u00e4nisch und ausschlie\u00dflich aus dem \nHausensemble besetzt, war das eine interessante Erfahrung. Ein Haus, das\n in dem \u00dcbrigen auch das deutsche, ungarische und serbische Theater \nbeherbergt! Dem neuen Intendanten nimmt man den Willen zur \nModernisierung, den er im Gespr\u00e4ch mit einer Portion k.u.k Charme \nvermittelt, durchaus ab. Sein Orchester, die Akustik des Hauses und der \nChor sind die Pfunde, die (mehr als die ererbte Ensemblestruktur) \n\u00fcberzeugen. Das einheimische Publikum jedenfalls akzeptiert seine \n\u201eLustige Witwe\u201c so wie sie ist. Im Falle der mit Esprit und Stimme \nverschwenderischen Narcisa Brumar als Hanna Glawari zum Beispiel war das\n auch&nbsp;nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">An die tragischen Besonderheiten der rum\u00e4nischen Revolution von 1989,\n die von Temeswar ausging, erinnert der Blick vom Balkon des Opernhauses\n auf die imponierenden, verwitterten Fassaden. Deren Einschussl\u00f6cher \nzeugen noch immer davon, dass die Securitate hier mit Gewalt gegen die \nMassen&nbsp;vorging.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Mauerfall und die&nbsp;Musik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Der Punkt auf dem i dieses Go-East-Ausfluges der Th\u00fcringer Musiker \nbildete das Festkonzert aus Anlass von 30 Jahre Mauerfall im Bukarester \nAthen\u00e4um. Der runde, 800 Pl\u00e4tze fassende Saal mit einem Durchmesser von \n28,5 Metern und mit 16 Meter H\u00f6he ist ein architektonisch akustisches \nSchmuckst\u00fcck mitten im Bukarester Zentrum. Der erste Saal des Landes \nsozusagen. Hier gab es vor Brahms im ersten Teil des Konzertes die \nrum\u00e4nische Erstauff\u00fchrung des von Gera-Altenburg beim rum\u00e4nischen \nKomponisten Dan Dediu (*1967) in Auftrag gegebenen und in Gera \nuraufgef\u00fchrten Konzertes f\u00fcr Violoncello und Orchester. Vom Rundfunk \n\u00fcbertragen, mit packender Sinnlichkeit und Mircea Marian am Violoncello,\n traf Dedius Komposition mit ihrer abwechslungsreich assoziativen Musik \ndie Erwartungen eines begeisterten Publikums.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(nmz) &#8211; Das Philharmonische Orchester Altenburg Gera ist nicht nur auf Gastspielreise in Temeswar und Bukarest, sondern auch als Kulturbotschafter unterwegs. 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