{"id":467552,"date":"2018-01-20T20:11:04","date_gmt":"2018-01-20T19:11:04","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=467552"},"modified":"2018-01-20T20:11:04","modified_gmt":"2018-01-20T19:11:04","slug":"4-philharmonisches-konzert-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/4-philharmonisches-konzert-3\/","title":{"rendered":"4. Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p>Zu Anfang des 4. Philharmonischen Konzert erklingt, noch im fr\u00fchromantischen Stil, die Hebriden-Ouvert\u00fcre, die auf Felix Mendelssohn Bartholdys Schottlandreise im Jahr 1829 entstand, an der er aber mehrere Jahre danach noch arbeitete. Dem Klangk\u00f6rper unter Laurent Wagner gelingt es sofort, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Dazu nutzt das Orchester dynamische Spannungen vom Pianissimo zum Fortissimo und die melancholisch-gesanglichen Linien, die fast zum Seufzen auffordern. Bis auf wenige Intonationsschwierigkeiten in den Holzbl\u00e4sern gelingt ein \u00fcberzeugender, frischer und dem St\u00fcck angemessen aufbrausender Vortrag.<\/p>\n<p>Dass unbekannte Werke immer wieder den Reiz verspr\u00fchen, gespielt und geh\u00f6rt zu werden, beweist das an diesem Abend gespielte St\u00fcck \u201eHebriden-T\u00e4nze\u201c, welches dem in der Nazizeit verfolgten Walter Braunfels zuzuordnen ist. Als Solist ist Prof. Hartmut Hudezeck von der Partie, der den H\u00e4usern Gera und Altenburg schon als ehemaliger Studienleiter und Konzertsolist bekannt \u00a0ist. Die vielen Abschnitte und Variationen, in die dieses Werk untergliedert ist, verzeichnen massenhaft Charakterz\u00fcge, die im Wechsel- und Zusammenspiel zwischen Orchester und Solist vorgetragen werden. Dabei ist anzumerken, dass Braunfels stilistisch gesehen unglaublich facettenreich komponiert hat. Die Farben, die dabei entstehen, \u00fcbertragen beide Parts \u00fcberzeugend. Wie \u00fcblich f\u00fcr Komponisten des 20. Jahrhunderts ist die Setzweise der Partitur so vielseitig und \u00fcberlagernd, dass beim ersten H\u00f6ren vom Publikum nicht jeder Sinn wahrgenommen werden kann. So ist auch der verhaltene Applaus zu erkl\u00e4ren, der jedoch nicht auf die Qualit\u00e4t des Vortrags zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Die 3. Sinfonie des sp\u00e4tromantischen Komponisten Johannes Brahms wurde von ihm selbst gern als \u201eSinfoniechen\u201c bezeichnet, wie aus dem Programmheft zu entnehmen ist. Dieser Bezeichnung entgegen steht schon der erste Anfang: Zwei Akkorde im Forte m\u00fcnden im Einsetzen der Streicher, genau so emotional, dass es den Konzertmeister fast nicht mehr auf dem Stuhl h\u00e4lt. Melodien zum Seufzen, schon wie zu Anfang des Konzerts, laden zum Tr\u00e4umen ein. Brahms\u2019sche Modulationen werden vom Orchester so aufgefangen, dass sie problemlos verstanden werden. Bereits im ersten Satz entpuppt sich das \u201eSinfoniechen\u201c als Energieb\u00fcndel, gut beweisen kann man das am eher ungewohnten dirigentischen Ausbruch, stark unterst\u00fctzt von Mimik und Gestik, des k\u00fcnstlerischen Leiters Wagner.<\/p>\n<p>Soloklarinettist Hendrik Schn\u00f6ke l\u00e4dt butterweich und lyrisch zum zweiten Satz ein, dessen weiterer Verlauf sich aus dieser Vorlage musikalisch und emotional ergibt. Aufeinander h\u00f6rend musiziert das Orchester kammermusikalisch, sehr sorgf\u00e4ltig und bis zu jedem Phrasenende.<\/p>\n<p>Dritter und Vierter Satz ergeben als Einheit einen kr\u00f6nenden Abschluss und verbinden viele positive Eindr\u00fccke des Konzertabends noch einmal zu einem Erlebnis: Klangkultur, innige Melodienverl\u00e4ufe, rhythmische Pr\u00e4zision und vor allem ein logischer und konsequent durchgef\u00fchrter Spannungsbogen \u00fcber das gesamte Werk hinweg.<\/p>\n<p>Das Publikum quittiert die Auff\u00fchrung mit langem, herzlichem Applaus.<\/p>\n<p>Tobias Hohberg, 17.01.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Anfang des 4. Philharmonischen Konzert erklingt, noch im fr\u00fchromantischen Stil, die Hebriden-Ouvert\u00fcre, die auf Felix Mendelssohn Bartholdys Schottlandreise im Jahr 1829 entstand, an der er aber mehrere Jahre danach noch arbeitete. 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