{"id":467291,"date":"2017-03-09T13:15:59","date_gmt":"2017-03-09T12:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=467291"},"modified":"2017-03-09T13:15:59","modified_gmt":"2017-03-09T12:15:59","slug":"6-philharmonisches-konzert-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/6-philharmonisches-konzert-3\/","title":{"rendered":"6. Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p>Altes w\u00e4hrt am l\u00e4ngsten \u2013 Reu\u00dfisches Kammerorchester begeistert Publikum<\/p>\n<p>Im 6. Philharmonschen Konzert geh\u00f6rt die B\u00fchne des Konzertsaals wieder dem Reu\u00dfischen Kammerorchester Gera. Dieses traditionsreiche Kammerorchester, bestehend aus Musikern des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera, hat es sich seit der Gr\u00fcndung 1961 zur Aufgabe gemacht, die Kleinode vor allem barocker und fr\u00fchklassischer Werke in ihrem Detailreichtum zu Geh\u00f6r zu bringen. Der Einladung der k\u00fcnstlerischen Leitung folgte wie schon zur vergangenen Spielzeit Werner Erhardt, der, vor allem bekannt geworden durch die Gr\u00fcndung des ber\u00fchmten Ensembles \u201eConcerto K\u00f6ln\u201c, durch unz\u00e4hlige Konzertreisen und CD-Produktionen in Deutschland sowieso international zu gro\u00dfer Bekannt- und Beliebtheit gelangen konnte. Als Solisten stehen ihm und dem Kammerorchester die Blockfl\u00f6tistinnen Friederike Vollert und Elisabeth Neuser (Klasse Prof. Myriam Eichberger, HfM Franz LISZT Weimar) und Andreas Hartmann (1. Konzertmeister MDR Sinfonieorchester und seit 2013 Professor f\u00fcr Violine an der HfM Franz LISZT Weimar) zur Seite, letzterer vereint au\u00dferdem die Funktion des Konzertmeisters in sich.<\/p>\n<p>Zu Beginn beider Konzerth\u00e4lften werden an diesem Abend gleich zwei Erstauff\u00fchrungen zu Geh\u00f6r gebracht \u2013 der an den H\u00f6fen in Karlsruhe und Eisenach wirkende Komponist Johann Melchior Molter (1696-1765) geriet ins Visier der Weimarer Musikwissenschaftler Dr. Helen Geyer und Michael Pauser, die bereits f\u00fcr das letztj\u00e4hrige Konzert Werke dieses unbekannten Komponisten transkribierten und somit ein St\u00fcck Musikgeschichte neuerschlie\u00dfen konnten. Die Unbekanntheit des Komponisten schlie\u00dft jedoch nicht auf den \u00e4sthetischen Wert der Musik \u2013 das Geraer Publikum wird an diesem Abend mit einer siebens\u00e4tzigen Musica turchesca feierlich, marschartig getrieben durch Trommel und Becken, furios durch erste virtuose Auf- und Abg\u00e4nge der Streicher und vers\u00f6hnlich schunkelnd durch t\u00e4nzerische Rhythmen begr\u00fc\u00dft. Den ersten Auftritt erhalten die beiden Blockfl\u00f6tistinnen bereits im letzten Teil dieses Werkes, welchen sie vom Rang aus absolvieren und prompt das erste L\u00e4cheln in den Gesichtern des Publikums hervorrufen. Diese Freude, vor allem die beim Musizieren, ist besonders deutlich im Orchester, welches \u00fcbrigens im Stehen spielt, ansteckend zu sp\u00fcren und zu sehen. Sehr engagiert angef\u00fchrt von Konzertmeister Andreas Hartmann, dazu st\u00e4ndig pr\u00e4sent und motivierend angeleitet von Werner Erhardt, gelingt eine stabile Kommunikation bis zum letzten Ton. Auch das zweite zu h\u00f6rende Werk Molters, eine Sonata grossa in Es-Dur, kann als gef\u00e4llige und doch abwechslungsreiche Musik bewertet werden, deren Facettenreichtum in Lautst\u00e4rke, Tempo und Klangfarbe geschmackvoll vom Ensemble h\u00f6rbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Georg Philipp Telemanns viers\u00e4tziges Konzert f\u00fcr zwei Blockfl\u00f6ten in a-Moll bildet den ersten H\u00f6hepunkt des Abends, wenn auch die L\u00e4nge von gerade einmal zehn Minuten im Gegensatz zu den sonst zu h\u00f6renden Solokonzerten steht. Das Entscheidende liegt jedoch im Detail: den beiden Fl\u00f6tistinnen ist eine enge Vertrautheit zu ihren Instrumenten, der Musik, dem Zusammenspiel mit dem Ensemble und vor allem zwischen einander deutlich anzumerken. Passend zum musikalischen Ausdruck spielen sie erhaben, filigran, artikulatorisch pr\u00e4zis und sicher, klanglich abwechslungsreich und nie langweilig, dem Klischeebild erfolgreich auf ganzer Linie trotzend.<\/p>\n<p>Den Abschluss der ersten H\u00e4lfte bildet Joseph Haydns 36. Sinfonie in Es-Dur, ein Werk, das wohl im Sinne seiner Anstellung am Eisenst\u00e4dter Hof dazu diente, sich einen Namen zu machen und durch seine innovativen musikalischen Ideen letztendlich zu \u00fcberzeugen. Haydn schreibt verspielt, aber eing\u00e4ngig. Durch die kleine Besetzung von gerade einmal 22 Musikern ist zwar die Chance einer einfacheren Kommunikation gegeben, die H\u00f6rbarkeit individueller Fehler jedoch umso gr\u00f6\u00dfer. Nichts jedoch scheint an diesem Abend schiefzugehen \u2013 vor allem rasante L\u00e4ufe in den Streichern erklingen wie aus einem Instrument, Bl\u00e4ser stimmen intonatorisch und rhythmisch immer \u00fcberein.<\/p>\n<p>Johann Sebastian Bachs 4. Brandenburgisches Konzert gilt als gedachter Wettstreit zwischen den literarischen Figuren Pan und Musengott Apollo. Pan, verk\u00f6rpert von beiden Blockfl\u00f6ten, gilt als lyrische Rolle. Apollo, an diesem Abend durch Geiger Andreas Hartmann vertreten, fordert im Gegensatz zum \u201eSch\u00f6nen\u201c mit virtuosen L\u00e4ufen zum Wettstreit heraus. Umringt von Solisten und Ensemble f\u00fchrt Werner Erhardt also den Schlusslauf des Konzertes an, den Andreas Hartmann am Ende zwar musikalisch gewinnt, den Preis f\u00fcr einen unterhaltsamen, niveauvollen, sehr pers\u00f6nlichen und sympathischen Konzertabend gewinnt jedoch das gesamte Ensemble, welches sich aufgrund eines begeisterten und minutenlangen Applauses des Publikums einer hohen Wertsch\u00e4tzung erfreuen darf.<\/p>\n<p>Tobias Hohberg, 08.03.2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altes w\u00e4hrt am l\u00e4ngsten \u2013 Reu\u00dfisches Kammerorchester begeistert Publikum Im 6. 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