{"id":41220,"date":"2016-03-24T14:33:50","date_gmt":"2016-03-24T13:33:50","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=41220"},"modified":"2016-03-24T14:33:50","modified_gmt":"2016-03-24T13:33:50","slug":"6-philharmonisches-konzert-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/6-philharmonisches-konzert-2\/","title":{"rendered":"6.Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p>Ein mutiges, und eigentlich auch legend\u00e4res Programm wurde einem da zum 6. Philharmonischen Konzert vom Orchester Altenburg-Gera geboten. Wagner und Bruckner. Ein verschwindend kurzer erster Teil und daf\u00fcr der famos gewaltige Erguss im zweiten. Lohnenswert.<\/p>\n<p>Leider scheint eine Programmzusammenstellung wie diese, obwohl gar nicht besonders schwer, einfach kraftvoll am Ende des 19. Jahrhunderts gelagert, immer noch zu viele H\u00f6rer abzuschrecken. Allein der Komponist Wagner vermag wohl angestrengte Minen zu produzieren. Ein Trugschluss.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Wesendonck-Lieder von Richard Wagner, sind lyrisch, ausdrucksstark, genusshaft sch\u00f6n. Sie werden von der Geraer Meistersopranistin Anne Preu\u00df intoniert. Sie mag einem wirklich als Erste des Geraer Ensembles einfallen, denkt man an Wagner. Sie muss eigentlich f\u00fcr diese Partien gemacht sein. Und doch sind die ersten beiden Lieder zumindest fade. Man versteht zu wenig. An Preu\u00df liegt es nicht. Ist das Orchester zu laut? Eigentlich auch nicht. Die zweifellos vorhandenen Absprachen verschlucken die Streicher im Aufb\u00e4umen. Zum Gl\u00fcck sind die Texte im Programm abgedruckt. Generalmusikdirektor Laurent Wagner bem\u00fcht sich sehr, das Orchester im Zaum zu halten. Ab dem dritten Lied wird es dann auch besser. Sie scheinen sich mehr aufeinander eingestellt zu haben. Vielleicht hat es aber auch jetzt erst der Zuh\u00f6rer. Es liegt nun mehr Ausdruck im Zusammenspiel, die Linien werden klarer. Auch das Text-Ton-Verh\u00e4ltnis erlangt immer tieferen Sinn. Die Lieder machen so wirklich Freude; ein Genuss sind Orchesterlieder ja allemal. Aber auch eine genauso gro\u00dfe Herausforderung. Zum Ende wird diese leider wieder st\u00e4rker sichtbar. Man w\u00fcnscht sich einfach zu oft das Klavier als Begleiter. Anne Preu\u00df w\u00e4re tats\u00e4chlich besser zu verstehen. Und diese Tatsache ist schlussendlich doch verwunderlich. Preu\u00df ist die gro\u00dfen B\u00fchnen gew\u00f6hnt, ihre Ausstrahlung ist auch an diesem Abend genial, einer Operns\u00e4ngerin einfach wunderbar w\u00fcrdig. Sie ist eine gro\u00dfe Interpretin, doch kommt sie leider zu selten durch. M\u00f6glicherweise entscheidet sich die Frage nach der Bewertung dieses Liedervortrags letztlich auch an der eigenen Einstellung: Mag man das Orchester als Begleitung sehen oder doch mehr als Duopartner? Aber auch bei Letzterem stimmt das Verh\u00e4ltnis zu selten.<\/p>\n<p>Was dann nach der Pause passiert, ist daf\u00fcr kaum in Worte zu fassen. Anton Bruckners Sinfonie Nr. 9. Die unvollendete, wahnsinnige Nummer 9. Das ist dann wohl die Krone der Sch\u00f6pfung. Was soll diese Sinfonie denn sonst sein? Eine musikalische Erscheinung, wandernd durch die Zeitalter der Musik. Ein Riese, gewaltig und doch so verletzlich. Was soll man dann dazu schreiben. Wenn man selbst so damit zu k\u00e4mpfen hat, diesen Brocken zu verarbeiten. Wie soll man denn da noch nach Fehlern suchen. Und wahrscheinlich spricht das auch f\u00fcr sich. Wagner und das Orchester stellen diese Sinfonie so glaublich gigantisch dar, dass sie Erwartungen mindestens erf\u00fcllt. Besser \u00fcbertrifft. Die Musiker sind so bei der Sache, man sieht ihnen Freude und Motivation an. Pr\u00e4zision und Kunst. Andreas Hartmann als Konzertmeister ist die Verk\u00f6rperung all dieser Gef\u00fchle. Ein Konzertvortrag, gemacht, um andere in den Schatten zu stellen. Bewegend, eindr\u00fccklich. Unglaublich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felix Lorber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein mutiges, und eigentlich auch legend\u00e4res Programm wurde einem da zum 6. Philharmonischen Konzert vom Orchester Altenburg-Gera geboten. Wagner und Bruckner. Ein verschwindend kurzer erster Teil und daf\u00fcr der famos gewaltige Erguss im zweiten. Lohnenswert. Leider scheint eine Programmzusammenstellung wie diese, obwohl gar nicht besonders schwer, einfach kraftvoll am Ende des 19. 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