{"id":40330,"date":"2016-02-18T08:59:23","date_gmt":"2016-02-18T07:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=40330"},"modified":"2016-02-18T08:59:23","modified_gmt":"2016-02-18T07:59:23","slug":"5-philharmonisches-konzert-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/5-philharmonisches-konzert-2\/","title":{"rendered":"5. Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p>5. Philharmonisches Konzert<\/p>\n<p>Epochale Gr\u00f6\u00dfen und ein genialer Dirigent.<br \/>\nWeil Gro\u00dfes meist durch Gro\u00dfe entsteht und man f\u00fcr tolle Genussmomente oft vorher in den sauren Apfel bei\u00dfen muss, hat Peter G\u00fclke das Programm f\u00fcr das 5. Philharmonische Konzert der Spielzeit aus Sicht vieler Geraer und G\u00e4ste nicht zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt. Im stimulierend fast vollen Konzertsaal, erklingt vor den Publikums-Krachern Mendelssohn und Dvo\u0159\u00e1k erst einmal Modernes. Avantgarde.<br \/>\nDas Werk Livre pour orchestre bedeutet f\u00fcr viele Zuh\u00f6rer blo\u00df einen notgedrungenen Vorspann. Das tats\u00e4chlich zuerst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftige St\u00fcck des polnischen, in Massenkreisen noch eher weniger bekannten Komponisten Witold Lutos\u0142awski ist aber gro\u00dfe Kunst. Schon im Vorspann durch den Dirigenten als erst bei mehrmaligem H\u00f6ren und Arbeiten als voll verst\u00e4ndlich entschuldigt, lassen die Disziplin und Spannung des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera einen Plan aber doch sehr schnell erkennen. Nicht ein &#8222;Dur-Akkord&#8220; sei zu h\u00f6ren, k\u00fcndigt G\u00fclke an, doch ist das wichtig? Nat\u00fcrlich nicht. Kunst l\u00e4sst sich kaum an diesen einfachen Parametern messen. Die einzelnen Kapitel des &#8222;Orchesterbuches&#8220; \u00f6ffnen Welten. Und die Intermedien verspotten schon fast die H\u00f6rerschaft. Nicht b\u00f6swillig, nur mit einem zwinkernden Auge. Die Musiker des Orchesters folgen der Linie des Werkes und G\u00fclkes bemerkenswert. Auch f\u00fcr sie kein allt\u00e4glicher Stoff. Und so bietet der Vortrag dieses zeitgen\u00f6ssischen Werkes wunderbare Kunst. Diese naser\u00fcmpfend zu verschm\u00e4hen, also schon von vornherein abzulehnen, ist genauso gro\u00dfer Unfug, wie die Frage nach einer Verkleinerung des Orchesters zu stellen, wenn dieses doch an drei Tagen hintereinander wohl drei Vorstellungen fast ausverkauft. Wenn wir \u00fcber die Rolle der Kunst diskutieren, die dabei verloren geht, dann \u00f6ffnen wir uns bittesch\u00f6n auch f\u00fcr diese Kunst! Es lohnt sich, den Horizont zu weiten.<br \/>\nMit Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll kommt dann der Klassiker. Endlich! Wohlklingende Harmonien! Was f\u00fcr ein Segen f\u00fcr ein Gros des Publikums. Die Spannung im Orchester l\u00e4sst zwar leider etwas nach, was sich auch immer mal wieder in kleinen rhythmischen Ungenauigkeiten bemerkbar macht, der Solist ist daf\u00fcr aber klasse. Maximilian Junghanns klebt bei seinem Vortrag nicht wie andere an den Schuhspitzen der H\u00f6rer, sondern er musiziert stark mit dem Orchesterk\u00f6rper und besonders mit Peter G\u00fclke. Der intensive Blick zwischen beiden im letzten Ton bleibt unvergesslich. Junghanns scheint allgemein aus dem Holz f\u00fcr Stars geschnitzt zu sein. Spielt er nicht nur technisch einwandfrei, zeigt er auch offen seine gro\u00dfe Lust am Werk und f\u00e4ngt gleichzeitig das Publikum ein. Allein der Zugabe h\u00e4tte es nicht mehr bedurft. Nat\u00fcrlich brechen die Jubelst\u00fcrme los. Verdienter Ma\u00dfen. Ein Klassiker und Lieblingsst\u00fcck eben.<br \/>\nNach der Pause tritt mit Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k Sinfonie Nr. 7 dann besonders Peter G\u00fclke in den Vordergrund. Er entlockt dem Meisterwerk besonders die dramatischen Momente. Die gewaltigen Figuren sind die st\u00e4rksten an diesem Abend. Wahrhaft monumental l\u00e4sst er alles im Finale enden. Ein wahrer H\u00f6rgenuss und Blickfang, mit welcher Intensit\u00e4t dieser Einundachtzigj\u00e4hrige auf der B\u00fchne Inspirationsquelle und absolutes Spannungszentrum darstellt. Das Orchester tut sein M\u00f6glichstes dazu, leistet sich aber keine wirklichen Kritikpunkte. Dass dieser Meister schlie\u00dflich doch noch bescheiden seinen &#8222;eigenen&#8220; Jubel bekommt, ist mehr als gerechtfertigt. Wer G\u00fclke nicht auf der B\u00fchne erlebt hat, dem kann man getrost best\u00e4tigen, etwas Wichtiges verpasst zu haben!<\/p>\n<p>Felix Lorber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. Philharmonisches Konzert Epochale Gr\u00f6\u00dfen und ein genialer Dirigent. 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