{"id":31586,"date":"2015-05-22T08:53:25","date_gmt":"2015-05-22T06:53:25","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=31586"},"modified":"2015-05-22T09:24:04","modified_gmt":"2015-05-22T07:24:04","slug":"8-philharmonisches-konzert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/8-philharmonisches-konzert\/","title":{"rendered":"8.Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p>Concerto \u00e0 la Liszt<\/p>\n<p>Concerto \u00e0 la Liszt. Ein Konzert der anderen Art. Ganze zehn verschiedene St\u00fccke von sechs Komponisten stehen auf dem Programm und lassen einen sehr kurzweiligen, beschwingten Abend folgen.<br \/>\nDer Aufbau des 8. Philharmonischen Konzertes dieser Spielzeit, im Rahmen der Liszt Biennale Th\u00fcringen aufgef\u00fchrt, steht ganz im Zeichen Franz Liszts. Ein Programm nach seinem Vorbild. Gestaltet mit Werken von ihm selbst, sowie seiner Lehrmeister, Vorbilder oder musikalischen Freunde.<br \/>\nDen Anfang macht ein typischer Franz Liszt mit der Orchesterversion der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2. Ein wunderbares St\u00fcck Musik. Die Blechbl\u00e4ser des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera bieten einen w\u00fcrdigen Rahmen hinsichtlich Klangf\u00fclle und Volumen. Und doch wird man gleich zu Beginn unangenehm \u00fcberrascht. Das Orchester, insbesondere die Streicher sind fahrig, wirken unruhig. Generalmusikdirektor Laurent Wagner scheint nach den politischen Worten zu Anfang des Konzertes \u00fcber das TTIP-Freihandelsabkommen wie aufgedreht. Judith Eisenhofer als Konzertmeisterin versucht teils vergeblich, das Orchester zu beruhigen und stemmt sich mit ihrer spielerischen Klasse gegen das Davonlaufen der Musik.<br \/>\nAuch der zweite Programmpunkt, eine Arie von Salieri, tr\u00e4gt diese Unruhe des Anfangs fort. Einzig die Sopranistin Kim Sheehan \u00fcberzeugt bei ihrer R\u00fcckkehr nach Gera. Sie bringt eine Kraft und ein solches Volumen in ihrer Stimme auf die B\u00fchne, wie man es, abgesehen von Anne Preu\u00df, in Gera l\u00e4nger nicht erlebt hat.<br \/>\nUnd so bekommt sie nach ihrem zweiten Auftritt, der Arie der Zenobia aus Rossinis Aureliano in Palmira, donnernden Applaus. Sie \u00fcbersteht diese teils sehr schweren Gesangspartien ohne Probleme. Mittlerweile hat sie jedoch schon eine solche Lautst\u00e4rke erreicht, dass sie das Orchester m\u00fchelos \u00fcbersingt und sich der Verdacht auf den Gebrauch eines Mikrofons erst durch genaues Hinsehen zerschlagen l\u00e4sst.<br \/>\nWas danach folgt, ist der erste Vorgeschmack auf den virtuosen Wahnsinn des Pianisten Bernd Glemser. Allein am Fl\u00fcgel pr\u00e4sentiert er Liszts Klaviertranskription von Isoldes Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde. Er spielt so technisch perfekt, so ruhig, so weich, fein, emotional, dass er zu diesem Zeitpunkt des Konzertes das genaue Gegenbild zur bisherigen Orchesterleistung darstellt. Er sitzt am Fl\u00fcgel und man meint, er w\u00fcrde ihn umarmen, in sich schlie\u00dfen und wie von selbst T\u00f6ne aus ihm entlocken. Grandios.<br \/>\nNach der Pause kommt das Orchester gest\u00e4rkt zur\u00fcck. Es erobert seine sonstige Paraderolle mit Richard Wagners Vorspiel zu Lohengrin zur\u00fcck. Pl\u00f6tzlich ist wieder alles da, Ruhe, Kraft, Sch\u00f6nheit. Und da die ruhigen Passagen an diesem Abend das Orchester deutlich st\u00e4rker pr\u00e4sentieren als die ungewollt wilden, l\u00e4sst der siebte Programmpunkt die erste H\u00e4lfte des Konzertes beinahe wieder vergessen.<br \/>\nUnd dann der angek\u00fcndigte Wahnsinn. Das Highlight der bisherigen Spielzeit. Glemser ist zur\u00fcck auf der B\u00fchne mit dem ausdr\u00fccklichen Ziel, Liszts 1. Klavierkonzert in Es-Dur an diesem Abend in Gera ein Denkmal zu setzen. Die Frage nach dem Gelingen dieses Vorhabens stellt sich nie. Glemser macht all das, was er vorher schon andeutete in ausgepr\u00e4gter Perfektion. \u00dcber seine technischen F\u00e4higkeiten ist kein Wort mehr zu verlieren. Aber auch sein weiteres Auftreten, seine Souver\u00e4nit\u00e4t, sein Zusammenspiel mit dem Orchester, das mit jeder von Glemsers Solopassagen st\u00e4rker wird, sucht seinesgleichen an diesem Geraer Haus. Glemser definiert den Begriff Virtuosit\u00e4t, gibt ihm seine urspr\u00fcngliche Bedeutung zur\u00fcck- laut Duden die vollendete Beherrschung einer Sache! Er ist, das darf man wohl sagen, der st\u00e4rkste Solist der ganzen Spielzeit.<br \/>\nUm dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, schlie\u00dft er das Konzert mit der, wie einer Zugabe anmutenden Liszt&#8217;schen Liedtranskription von Schuberts Erlk\u00f6nig. Nat\u00fcrlich allein. Der Konzertsaal tobt. Ein lange Zeit verlorenes Gef\u00fchl, ein Konzert im Jubel zu beenden, kehrt zur\u00fcck.<br \/>\nUnd so endet ein beschwingter Konzertabend. Eine Programmzusammenstellung wie man sie selten findet. Der Mut dazu ist gro\u00dfartig f\u00fcr ein Haus wie Gera. Das Orchester jedoch erwischt einen schlechten Tag, kann im Jubel Glemsers den Saal aber erhobenen Hauptes verlassen.<br \/>\nFelix Lorber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Concerto \u00e0 la Liszt Concerto \u00e0 la Liszt. Ein Konzert der anderen Art. Ganze zehn verschiedene St\u00fccke von sechs Komponisten stehen auf dem Programm und lassen einen sehr kurzweiligen, beschwingten Abend folgen. Der Aufbau des 8. Philharmonischen Konzertes dieser Spielzeit, im Rahmen der Liszt Biennale Th\u00fcringen aufgef\u00fchrt, steht ganz im Zeichen Franz Liszts. 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