{"id":28291,"date":"2015-02-20T18:26:19","date_gmt":"2015-02-20T17:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/?page_id=28291"},"modified":"2015-02-20T18:26:19","modified_gmt":"2015-02-20T17:26:19","slug":"5-philharmonisches-konzert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/5-philharmonisches-konzert\/","title":{"rendered":"5. Philharmonisches Konzert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue H\u00f6henfl\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Wunderbares Programm mit beeindruckender Umsetzung. Zum 5. Philharmonischen Konzert der Spielzeit erlebt Gera den bisherigen H\u00f6hepunkt der Konzertsaison. Gubaidulina. Schostakowitsch. Tschaikowski. Liest sich schon einmal klangvoll. Und schwierig. Diesen Eindruck hatte wohl auch ein Teil des sonstigen Stammpublikums. Die Reihen diesmal leider vielfach gelichtet. Aber f\u00fcr diejenigen, die da waren, gab es fesselnde Musik.<br \/>\nMit Sofia Gubaidulina steht nach Hans G\u00e1l beim 4. Konzert zum zweiten Mal in Folge eine moderne Tonsprache im Fokus. Gubaidulinas M\u00e4rchenpoem erz\u00e4hlt von einer Schulkreide und ihrer Reise auf der Tafel. Diese ist so intim und gleichzeitig teilweise \u00fcberraschend komisch geschildert, dass man als Zuh\u00f6rer einer eigent\u00fcmlichen Freude anteilig wird. Die gro\u00dfen stillen Abschnitte, das Innehalten, das F\u00fchlen der Pausen gelingt dieses Mal bravour\u00f6s, da es Laurent Wagner und sein Orchester verstehen, den gro\u00dfen Bogen zu finden. Besonders die Querfl\u00f6ten und Klarinetten faszinieren mit ihrem pittoresken Spiel. Im krassen Gegensatz zum k\u00fcnstlerischen Wert dieser Auff\u00fchrung steht der Gradmesser des Publikums, dessen Dankesbekundungen kaum mehr als Applaus wahrzunehmen sind. Schade.<br \/>\nDies sollte sich jedoch \u00e4ndern. Mit Schostakowitschs 1. Violinkonzert kommt ein St\u00fcck auf die B\u00fchne, dass durch Auff\u00fchrungsverbote in der Sowjetunion ganze sieben Jahre auf seine Urauff\u00fchrung warten musste. Und so haftet auch ihm, wie vielen Schostakowitsch-Werken der spannende Geschmack des Widerstandes an. Die Musik selbst ist einzigartig. Der Orchesterpart lebt von einer St\u00e4rke, die aus der Erde selbst gesogen zu sein scheint. Manchmal unglaublich kraftvoll, dann fein, dann wieder st\u00fcrmisch. Wagner treibt das Orchester zu H\u00f6chstleistungen. Und es gibt sich keine Bl\u00f6\u00dfe. Seien es die Streicherparts im ersten Satz oder das brummende Zusammenspiel von Tuba und Kontrab\u00e4ssen im dritten- bis zur Pause scheint dem Philharmonischen Orchester heute alles zu gelingen. Den gr\u00f6\u00dften Anteil an der wahrhaftig beeindruckenden Vorstellung dieses Violinkonzertes tr\u00e4gt aber Judith Eisenhofer. Die sonstige Konzertmeisterin brilliert im Solopart. Sie spielt die Sologeige nicht nur vortrefflich, nein, sie lebt das St\u00fcck! Brodelnd, ja vor Emotionen kochend, holt sie alles aus ihrer Geige heraus. In den teilweise sehr schweren Solopartien, besonders, wenn im dritten Satz das Orchester \u00fcber f\u00fcnf Minuten lang schweigt und der Solist ein ungeheuer virtuoses Spiel vorlegt, nahe an der Grenze zur Improvisation, ist Eisenhofer \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Die Orchesterleitung um Generalmusikdirektor Wagner darf sich zur Entscheidung gratulieren, die Solovioline aus den eigenen Reihen besetzt zu haben- ein voller Erfolg! Und so bleibt diesmal der wohlverdiente Applaus nicht verborgen. Selbst die sonst teilweise nervenden, notorischen Bravorufe und Jubelst\u00fcrme sind diesmal auf der richtigen Schiene. Kein Wunder nach der definitiv besten ersten Konzerth\u00e4lfte der Spielzeit.<br \/>\nUnd im zweiten Teil? Tschaikowskis 4. Sinfonie pr\u00e4sentiert Wagner unglaublich massiv, an Kraftgehalt kaum zu \u00fcberbieten. Die Blechbl\u00e4ser erreichen Glanzwerte und auch das Schlagwerk bekommt endlich etwas zu tun. Von Verliebtheit, dem Motiv Tschaikowskis als er mit der Komposition der Sinfonie begann, ist zwar kaum noch etwas zu sp\u00fcren, daf\u00fcr ist auch hier wieder die gro\u00dfe Linie erkennbar, die Wagner zu zeichnen vermag.<br \/>\nDiese durchgehende Linie, der gro\u00dfe Bogen, ist auch der entscheidende Pluspunkt des gesamten Konzertes, was es zum vielleicht rundesten der Spielzeit macht. Das Orchester darf sich in Zukunft gern daran messen lassen. Au\u00dferdem zeigt sich Geras Bl\u00e4serensemble wiederholt in Bestform. Gewinner sind einmal mehr die vortrefflichen Holzbl\u00e4ser. Gemeinsam mit der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Programmgestaltung und Wagners ausgewogenem k\u00fcnstlerischen, Stil geht ein, in der Gesamtheit zwar viel zu schweres, aber f\u00fcr Liebhaber grandioses Konzert zu Ende.<\/p>\n<p>Felix Lorber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue H\u00f6henfl\u00fcge Wunderbares Programm mit beeindruckender Umsetzung. Zum 5. Philharmonischen Konzert der Spielzeit erlebt Gera den bisherigen H\u00f6hepunkt der Konzertsaison. Gubaidulina. Schostakowitsch. Tschaikowski. Liest sich schon einmal klangvoll. Und schwierig. Diesen Eindruck hatte wohl auch ein Teil des sonstigen Stammpublikums. Die Reihen diesmal leider vielfach gelichtet. Aber f\u00fcr diejenigen, die da waren, gab es fesselnde [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-28291","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/28291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28291"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/28291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28292,"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/28291\/revisions\/28292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/orchesterfreunde-gera.de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}