7. Philharmonisches Konzert

Wann

20/03/2024    
19:30 - 22:00

Wo

Bühnen der Stadt Gera - Großes Haus
Theaterplatz 1, 07548 Gera

Veranstaltungstyp

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In der Reihe Wider das Vergessen

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847):
Die Hebriden · Ouvertüre op. 26

Tilo Medek (1940-2006):
Konzert für Marimbaphon und Orchester

Paul Hindemith (1895-1963):
Sinfonie Mathis der Maler

Sie schufen Werke für ihre Zeit und weit darüber hinaus, fanden zu Lebzeiten große Anerkennung und wurden dennoch aus rassistischen oder politischen Gründen verfolgt und mit Aufführungsverboten belegt.

Felix Mendelssohn Bartholdy war als Komponist, Gewandhauskapellmeister und Gründer des Leipziger Konservatoriums eine prägende Gestalt im europäischen Musikleben der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Insbesondere posthum wurde sein OEuvre jedoch von Antisemiten diffamiert; zu Zeiten des Nationalsozialismus war deren Aufführung grundsätzlich verboten. Dies galt auch für die Hebriden-Ouvertüre, die der 20-jährige nach seinem Besuch der schottischen Fingalshöhle 1829 schuf.

In Jena geboren, studierte Tilo Medek u. a. Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny in Ostberlin. Zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Kompositionswettbewerben verhinderten nicht, dass sich Medek ab 1968 zunehmend staatlichen Repressalien ausgesetzt sah; im Juli 1977 folgte seine „Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik“. Das Konzert für Marimbaphon und Orchester entstand kurz vor diesem Ereignis. Bezeichnenderweise ist der 4. Satz betitelt mit „Ein DDR-Bürger nicht in Amerika“. Paul Hindemith war als Komponist, Violinist, Dirigent und Musiktheoretiker sehr geschätzt. Unter den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt, wurde er ins Exil gezwungen. Kurz zuvor erlebte die Sinfonie Mathis der Maler 1934 ihre umjubelte Uraufführung in Berlin. Inspiriert wurde die Komposition durch den von Matthias Grünewald um 1515 geschaffenen Isenheimer Altar.

 


  • Marimbaphon Richard Putz