4. Philharmonisches Konzert

Termin
18.01.2019
19:30 Uhr

Ort
Landestheater Altenburg

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Mieczysław Weinberg (1919-1996): Sinfonie Nr. 6 für Knabenchor und Orchester op. 79
Peter Tschaikowski (1840-1893): Violinkonzert D-Dur op. 35

„Musik ist keine Illusion, sie ist Offenbarung. Und darin besteht ihre sieghafte Kraft, dass sie eine Schönheit offenbart, die uns in keiner anderen Sphäre zugänglich ist und uns mit dem Leben versöhnt.“
Peter Tschaikowski

Als Initialzündung für Mieczysław Weinbergs Rezeption in Westeuropa gilt die sensationelle Entdeckung der Oper Die Passagierin, die ihre umjubelte szenische Uraufführung erst 2010 bei den Bregenzer Festspielen erlebte. Als Sohn jüdischer Eltern in Polen geboren, floh Weinberg 1939 beim Überfall der Deutschen auf sein Heimatland nach Russland. Dort begegnete der junge Komponist seinem späteren Freund und Mentor Dmitri Schostakowitsch, der das aufstrebende Talent Zeit seines Lebens protegieren sollte. Der Einfluss Schostakowitschs hat sich unüberhörbar in der 6. Sinfonie niedergeschlagen. Weinberg legte seiner Sinfonie für Knabenchor und Orchester Gedichte von Lew Kwitko, Shmuel Halkin sowie Michail Lukonin zugrunde, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Krieg auseinandersetzen. Dabei beschränkt sich die Musik jedoch nicht nur auf düstere Klangfarben, sondern verbreitet auch Optimismus und Hoffnung, wie z. B. im fünften Satz, einem Schlaflied für alle Kinder.
Das Violinkonzert D-Dur von Peter Tschaikowski ist nicht nur das populärste Werk des russischen Komponisten, sondern eines der attraktivsten Solokonzerte überhaupt. Entstanden nach einer Zeit tiefster Depression, besticht die Komposition durch emotionale Vielfalt und rauschhafte Virtuosität. Vor einem musikalischen Hintergrund von irisierender Schönheit begegnen sich schmerzvolle Schwermut und grenzenlose Lebensfreude, die ihren Ausdruck in den expressiven Phrasen der Solovioline finden.
Antje Weithaas, die bereits 2016 mit dem Violinkonzert von Benjamin Britten in Altenburg und Gera begeistert hat, gehört zu den renommiertesten Solistinnen unserer Tage. Für ihre technische Souveränität und musikalische Intelligenz geschätzt, ist sie Professorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin sowie künstlerische Leiterin des Kammerorchesters Camerata Bern.