2. Philharmonisches Konzert

Termin
24.10.2018
19:30 Uhr

Ort
Bühnen der Stadt Gera - Großes Haus

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Anton Bruckner (1824-1896): Te Deum C-Dur WAB 45
Charles Gounod (1818-1893): Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile op. 12 (Cäcilienmesse)

„Leuchtende Strahlen entströmten der Messe de sainte Cécile.
Zuerst war man geblendet, dann verzaubert, dann überwältigt.“
Camille Saint-Saëns

Aufgewachsen als Sängerknabe im oberösterreichischen Augustiner-Chorherrenstift St. Florian, praktizierte Anton Bruckner den Katholizismus zeitlebens inbrünstig. Der Komponist verstand sein musikalisches Genie als gottgegeben, sodass seine Werke immer auch als Glaubensbekenntnis interpretiert werden können. Bruckners Hingebung gipfelte nicht zuletzt in seinem Te Deum (1886): „Wenn mich der liebe Gott einst zu sich ruft und fragt: ‚Wo hast du die Talente, die ich dir gegeben habe?‘, dann halte ich ihm die Notenrolle mit meinem Te Deum hin, und er wird mir ein gnädiger Richter sein.“
Obwohl unüberhörbar in den prachtvoll-schwelgerischen Klangwelten der Spätromantik beheimatet, finden sich ebenfalls Anleihen aus der Gregorianik in der Musik. Heute gilt die Komposition als eines der bedeutendsten Werke der geistlichen Chorliteratur des 19. Jahrhunderts.
Kennt man hierzulande Charles Gounod in erster Linie für die Faust-Oper Margarethe, so genießen in seiner Heimat Frankreich vor allem seine Kirchenmusiken größte Popularität. Entstanden als Auftragswerk für das Fest der Heiligen Cäcilie, der Schutzpatronin der Musik, erlebte die Messe solennelle von Gounod 1855 ihre Uraufführung. Über die Bewältigung der schweren Aufgabe, dem biblischen Text gerecht zu werden, sinnierte Gounod – ganz weltlich – im Wald oder beim Lesen. Ungewöhnlich groß fällt die Besetzung des Orchesters aus, was den Siegeszug des Werkes nicht verhindern konnte. Da sich der Geburtstag von Charles Gounod am 17. Juni 2018 zum 200. Mal jährte, ist dies eine wunderbare Gelegenheit, des französischen Komponisten mit seinem großartigen Werk zu gedenken.
Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche in Dresden, ist mit seinem Chor regelmäßiger Gast beim Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera.